Ursprünglich zum Ausklang des Jubiläumsjahres 2020 geplant, wird nun das Adventskonzert des Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam, das im vergangenen Jahr eigentlich mit zahlreichen Konzerten seinen 75. Geburtstag feiern wollte, am 2. Adventssonntag in der Schinkelhalle Potsdam nachgeholt. Und wer, wenn nicht der Begründer des Orchesters selbst, sollte da zu Gehör kommen?

Hans Chemin-Petit, ein Potsdamer aus Leidenschaft, hob schon im Sommer 1945, also vor nunmehr 76 Jahren, das Collegium musicum aus der Taufe. Die Musiker ehren ihn dafür mit der Live-Uraufführung seines „Weihnachtsliederkreises“, einem wunderschönen Arrangement bekannter Weihnachtslieder. Dieser Weihnachtsliederkreis wurde erstmals und einzig 1953 vom RIAS Berlin für Radioübertragungen aufgenommen. Eine Aufführung im Konzertsaal vor Publikum erfolgte bislang nicht. Den Sopransolopart übernimmt Dana Hoffmann, die klassischen Konzertgesang und Musiktheater an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin studierte. Die wandlungsfähige und vielseitige Sopranistin ist auf Konzert- und Theaterbühnen, aber auch in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin regelmäßig mit ihrem Konzert- und Oratorienrepertoire zu erleben. Mit dem Collegium musicum trat sie bereits als Gretel in Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ und in diesem Sommer bei „Welt der Oper“ in der Reihe „Klassik am Weberplatz“ auf. Der Bassbariton Jonathan de la Paz Zaens studierte an der Hochschule der Künste Berlin. Er ist Preisträger internationaler Gesangswettbewerbe und stellt sein Können als Konzertsänger der Oratorien Bachs, sowie Mozarts, Händels, Haydns, Brahms, aber auch in Liederabenden immer wieder unter Beweis.

Im Herbst 1922 vereinbarte Paul Hindemith eine Zusammenarbeit mit den beiden Frankfurter Autorinnen Hedwig Michel und Franziska Becker, die die Textvorlage für das Weihnachtsmärchen „Tuttifäntchen“ verfassten. Während das Textbuch nach der Uraufführung einhellig auf Kritik stieß, würdigten einige Rezensenten immerhin Hindemiths
Bereitwilligkeit, sich einer solchen Aufgabe überhaupt angenommen zu haben: „Wie viele Komponisten können dies überhaupt noch, getrauen es sich: so ohne jeden Anspruch auf artistischen Ruhm einfach daher zu musizieren, mit ganz begrenzten Mitteln, zum Teil in freiwilliger Abhängigkeit vom kostbaren Gut der Volksmusik, frank und frei vom Tannenbaum zu singen, Holzkasperl, Teufel und das schlagende Kinderherz in einfachen, dennoch ganz eigenen Klängen zu beschwören?“ (Karl Holl) Die Musik zum Weihnachtsmärchen steht als Gelegenheitskomposition neben Hindemiths Hauptwerken aus dieser Zeit, von denen beim Donaueschinger Musikfest im Sommer 1922 unter anderem die Kammermusik Nr. 1 op. 24 Nr. 1 für Aufsehen gesorgt hatte und Hindemith den Beinamen „bad boy“ eingebracht hatte.

Das Konzert steht unter Leitung des Dirigenten Knut Andreas. Karten sind an allen Vorverkaufsstellen sowie unter www.ticketeria.de erhältlich.

Adventskonzert
Sonntag, 5.12.2021, 16:00 Uhr 
Schinkelhalle, Potsdam

Karten zwischen 10€ und 14€ zzgl. Vorverkaufsgebühr an allen Vorverkaufsstellen und unter www.ticketeria.de